Die Honigbiene
Als Höhlenbrüter ist das Bienenvolk auf einen entsprechenden Hohlraum angewiesen, den es mit Waben ausstattet. In Bezug auf den Raum sind sie aber sehr anpassungsfähig. Deshalb kann man ihnen künstliche Höhlen (Beuten) als Behausung anbieten, die dem Imker eine bequeme Bewirtschaftung der Völker ermöglichen. Ein Bienenvolk ist dabei eigentlich nur eine große, aus sich selbst heraus gewachsene Familie, die aus drei verschiedenen Bienenwesen besteht. Diese sind die Königin (Weisel), das Vollweibchen, einige hundert Drohnen, den Männchen, und der Jahreszeit entsprechend ca. 30.000 bis 60.000 Arbeiterinnen, deren Geschlechtsapparat aber stark zurückgebildet ist.
Die Arbeitsbienen verrichten die wesentlichen Aufgaben für den Erhalt eines Volkes. Diese bestehen aus dem Wabenbau, der Ernährung, der Pflege von Behausung und nachkommender Brut und der Verteidigung gegen Eindringlinge. Für den Nachwuchs sorgt allein die Königin. Drohnen vollziehen nur einmal in ihrem Leben die Paarung, die auch gleichzeitig ihren Tod bedeutet.
Das Bienenvolk überwintert mit Ausnahme der Drohnen in seinem Stock und garantiert damit seinen Fortbestand als geschlossene Einheit. Es ist mit seiner Umwelt eng verbunden und von ihr weitgehend abhängig und hat so einen Lebensrhythmus entwickelt, der sich den im Laufe des Jahres wechselnden Umweltbedingungen anpasst. Dieser Rhythmus lässt sich in 5 Perioden einteilen.
1. Periode: Nach Beendigung der Winterruhe beginnt im Bienenvolk eine Zeit sehr starker Vermehrung. Die Königin erbringt ihre höchste Legeleistung, um das Volk möglichst schnell heranwachsen zu lassen. Als Folge davon entwickeln sich der Sammel- und Bautrieb zu voller Stärke.
2. Periode: Nach Anwachsen der Volksstärke auf ein bestimmtes Maß entstehen zunächst Drohnen und später Jungköniginnen, deren Aufzucht den eingeleiteten Schwarmtrieb bedeutet. 8 Tage vor dem Schlupf der ersten Jungweisel zieht ein Schwarm mit der alten Königin und einer großen Anzahl von Bienen aller Alterstufen aus. Jeder Schwarm entwickelt sich zu einem neuen Bienenvolk.

3. Periode: Nach der Schwarmzeit ist das Ursprungsvolk stark dezimiert. Nun wird eine Regeneration des Volkes angestrebt, die durch den Legeeifer der begatteten Jungweisel angetrieben wird. Mit spärlicher werdender Tracht wird dieses Brutgeschäft aber wieder eingeschränkt.
4. Periode: Als Wintervorbereitung kommt es einige Wochen vor dem Beginn der Winterruhe nochmals zu einer gesteigerten Legetätigkeit, da eine möglichst große Anzahl von Jungbienen für die Wintertraube zur Verfügung stehen soll. Die Lebenserwartung dieser Winterbienen liegt bei bis zu 9 Monaten, während die Arbeitsbiene sonst nur ca. 6 Wochen alt wird.
5. Periode: Das Volk, das nunmehr brutfrei ist, sitzt als Wintertraube eng zwischen und auf den Futterwaben, von dem nur so viel verbraucht wird, dass die Lebensvorgänge im Bienenkörper und die Temperaturregulierung gesichert sind. Erst im Frühjahr kommt es zur Auflösung der Traube.
